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Presseberichte

Out of the box

Text: Sarah Kohler
Foto: z. V. g.

Sie hat eine regelrechte Fangemeinde, die sie rund um den Globus zelebriert: die Cigar-Box-Gitarre (kurz CBG). Das primitive, oft im Eigenbau hergestellte Saiteninstrument nutzt eine leere Zigarrenkiste als Resonanzkörper – und gehört musikalisch durchaus ernstgenommen. Immerhin spielt es im Blues seit Jahrzehnten eine Rolle, und so mancher bedeutende Künstler (nicht zuletzt Jimi Hendrix und Louis Armstrong) gingen mit ihm ihre ersten musikalischen Schritte.

Auch René Kubli war auf Anhieb von Idee und Machart begeistert. Seit er eine TV-Sendung zum Thema gesehen hat, verbaut der gelernte Elektromontuer Zigarrenkisten zu Gitarren. Die Einfachheit wars, die ihn sofort faszinierte: René Kubli baut seine Cigarbox-Gitarren aus der unbändigen Leidenschaft am simpel Selbergemachten.  «Wie man mit wenigen Mitteln ein primitives Instrument bauen kann», sagt er. «Und damit die Leute begeistert.»

Das liebt Kubli: das Strahlen auf den Gesichtern seiner Kunden. Er geht gern auf spezifische Wünsche ein, nimmt oft auch eine bestimmte Zigarrenkiste als Basis vom Kunden entgegen. Grundsätzlich gilt: Die CBG ist eigentlich ein akustisches Instrument, dem die Kiste als Resonanzkörper dient, weshalb die Grösse der Kiste über den Ton bestimmt. Kubli verbaut aber praktisch in jedes Stück einen günstigen Piezo-Tonabnehmer, bei dem der Ton über Schallwellen übertragen wird, oder einen elektromagnetischen Pickup, der die Saitenschwingungen in elektrische Signale umwandelt. Aus kleineren Kistchen zimmert er Stompboxes mit eingebautem Tonabnehmer, mit denen sich ein Musiker selbst begleiten und den Takt mit dem Fuss schlagen kann. Etwas grössere Boxen ergeben vielleicht eine Ukulele. Wirklich ideal aber sind die grossen Kisten, sagt Kubli. «Da gibts dann kaum Grenzen.» Als Sattel dienen ihm alte Schlüssel oder Schrauben, ein Ablaufsieb wird zur Abdeckung des Soundlochs. Kubli steuert neben seinem handwerklichen Know-how eigens angefertigte Gitarrenhälse bei, die etwas schmaler sind als gewöhnlich. Die Kopfplatte könne dann wieder ausgewählt werden.

Wer bei ihm eine Zigarrenbox-Gitarre bestellt, darf mitreden. Eine bundierte Variante gibt’s ab rund 350 Franken. Extrawünsche, etwa bezüglich Tonabnehmer, kosten selbstredend zusätzlich.

Normalerweise verfügen Cigarbox Guitars über drei oder vier Seiten, meist in einem Open-G-Tuning gestimmt, wobei man hier durchaus machen kann, was einem grad so gefällt. «Einem routinierten Gitarristen werden ein paar Saiten fehlen», räumt Kubli ein.

Mit ein wenig handwerklichem Geschick, sagt Kubli, könne sich jeder seine eigene Gitarre bauen. Auf seiner Internetseite können Bastelfreudige denn auch die nötigen Kleinteile erstehen, was sie dafür brauchen. Anleitung inklusive. Kubli – selbst kein Zigarrenraucher – experimentiert auch mit anderen Gegeständen: mit einer Gartenschaufel, zum Beispiel, oder einer Getriebeabdeckung einer Harley. Ja, auch daraus lässt sich eine Gitarre zimmern.

Cigarbox Guitars
Thurstrasse 5, 9214 Kradolf
078 733 55 51
www.cigarbox-guitars.ch