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Noch besser als bei Premiere

herbstmarkt Hohentannen

HOHENTANNEN ⋅ Das schöne Wetter lockte am Samstag Hunderte Besucher an den Herbstmarkt.

Am Samstag war einiges los im Aach-Thur-Land. Nichtsdestotrotz entschieden sich viele dazu, den Herbstmarkt in Hohentannen zu besuchen. Die Erwartungen waren hoch nach der gelungenen Premiere im letzten Jahr. Und sie wurden sogar übertroffen. 140 Aussteller sorgten bei der Zweitauflage des Anlasses für eine grosse Vielfalt. Getreu dem Motto «Kulinarik und Handwerk» waren ausschliesslich handgemachte Produkte in den liebevoll gestalteten Auslagen zu finden. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich dabei delikate Käse- oder Fleischkreationen, Gewürze oder Süssigkeiten.

Während sich die Frauen eher vor den Ständen mit den fantasievoll gestalteten Dekorationsartikeln tummelten, zog die alte Obstmühle auf dem Hof von Familie Frieden vor allem die Männer an. Sie bestaunten das Gerät, das aus frischen Äpfeln ebenso frischen Süssmost produzierte. «Der Markt ist eine super Sache. Dann ist wieder einmal ­etwas los in unserem kleinen Dorf», lobte Ruedi Frieden den Anlass, bei dem es auch Ausgefallenes zu entdecken gab. Der Kradolfer René Kubli etwa stellt aus alten Zigarrenkistchen sogenannte «Cigarbox-Guitars» her. «Das grösste Geschäft erwarte ich hier nicht. Die Marktbesucher zeigen sich aber interessiert und haben Freude an den Gitarren», erklärte er. Freude zeigten auch die Frauen, die für einmal nicht kochen mussten, sondern am Markt eine Köstlichkeit von einem der Stände oder der Festwirtschaft geniessen konnten.

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  • Herbstmarkt_2
  • Herbstmarkt_3

Quelle: http://www.thurgauerzeitung.ch

 

Out of the box

Text: Sarah Kohler
Foto: z. V. g.

Sie hat eine regelrechte Fangemeinde, die sie rund um den Globus zelebriert: die Cigar-Box-Gitarre (kurz CBG). Das primitive, oft im Eigenbau hergestellte Saiteninstrument nutzt eine leere Zigarrenkiste als Resonanzkörper – und gehört musikalisch durchaus ernstgenommen. Immerhin spielt es im Blues seit Jahrzehnten eine Rolle, und so mancher bedeutende Künstler (nicht zuletzt Jimi Hendrix und Louis Armstrong) gingen mit ihm ihre ersten musikalischen Schritte.

Auch René Kubli war auf Anhieb von Idee und Machart begeistert. Seit er eine TV-Sendung zum Thema gesehen hat, verbaut der gelernte Elektromontuer Zigarrenkisten zu Gitarren. Die Einfachheit wars, die ihn sofort faszinierte: René Kubli baut seine Cigarbox-Gitarren aus der unbändigen Leidenschaft am simpel Selbergemachten.  «Wie man mit wenigen Mitteln ein primitives Instrument bauen kann», sagt er. «Und damit die Leute begeistert.»

Das liebt Kubli: das Strahlen auf den Gesichtern seiner Kunden. Er geht gern auf spezifische Wünsche ein, nimmt oft auch eine bestimmte Zigarrenkiste als Basis vom Kunden entgegen. Grundsätzlich gilt: Die CBG ist eigentlich ein akustisches Instrument, dem die Kiste als Resonanzkörper dient, weshalb die Grösse der Kiste über den Ton bestimmt. Kubli verbaut aber praktisch in jedes Stück einen günstigen Piezo-Tonabnehmer, bei dem der Ton über Schallwellen übertragen wird, oder einen elektromagnetischen Pickup, der die Saitenschwingungen in elektrische Signale umwandelt. Aus kleineren Kistchen zimmert er Stompboxes mit eingebautem Tonabnehmer, mit denen sich ein Musiker selbst begleiten und den Takt mit dem Fuss schlagen kann. Etwas grössere Boxen ergeben vielleicht eine Ukulele. Wirklich ideal aber sind die grossen Kisten, sagt Kubli. «Da gibts dann kaum Grenzen.» Als Sattel dienen ihm alte Schlüssel oder Schrauben, ein Ablaufsieb wird zur Abdeckung des Soundlochs. Kubli steuert neben seinem handwerklichen Know-how eigens angefertigte Gitarrenhälse bei, die etwas schmaler sind als gewöhnlich. Die Kopfplatte könne dann wieder ausgewählt werden.

Wer bei ihm eine Zigarrenbox-Gitarre bestellt, darf mitreden. Eine bundierte Variante gibt’s ab rund 350 Franken. Extrawünsche, etwa bezüglich Tonabnehmer, kosten selbstredend zusätzlich.

Normalerweise verfügen Cigarbox Guitars über drei oder vier Seiten, meist in einem Open-G-Tuning gestimmt, wobei man hier durchaus machen kann, was einem grad so gefällt. «Einem routinierten Gitarristen werden ein paar Saiten fehlen», räumt Kubli ein.

Mit ein wenig handwerklichem Geschick, sagt Kubli, könne sich jeder seine eigene Gitarre bauen. Auf seiner Internetseite können Bastelfreudige denn auch die nötigen Kleinteile erstehen, was sie dafür brauchen. Anleitung inklusive. Kubli – selbst kein Zigarrenraucher – experimentiert auch mit anderen Gegeständen: mit einer Gartenschaufel, zum Beispiel, oder einer Getriebeabdeckung einer Harley. Ja, auch daraus lässt sich eine Gitarre zimmern.

Cigarbox Guitars
Thurstrasse 5, 9214 Kradolf
078 733 55 51
www.cigarbox-guitars.ch

WETTINGEN: «Guitars and more» im Tägerhard

Ein vielsaitiges Vergnügen

Altbewährt oder komplett ausgeflippt – am Festival «Guitars and more» im Tägerhard gab es einiges zu sehen. Neben gängigen akustischen und elektrischen Varianten des Sechssaiters waren auch exotische Exemplare ausgestellt, wie beispielsweise Gitarren aus einer Zigarrenbox gefertigt oder eine alte Ölkanne, die zur Gitarre umfunktioniert wurde. An einem Stand von «Toaster Cables» produziert Eigentümer Phil Wuest vor Ort Gitarrenkabel, die durch ihre farbenfrohe Kabelummantelung auffallen. «Wir arbeiten mit einer Firma zusammen, die Schnürsenkel für die Schweizer Eishockeynationalmannschaft produziert», verrät der Fachmann. Neben «Tonic Strings», dem Gitarrenduo aus Baden, sorgten die beiden Service-Stationen für ein Highlight der Ausstellung. Beim «Guitar Doc» konnte man sich eine Erstdiagnose geben lassen für seine defekte Gitarre. Kleinere Fehler konnten gleich vor Ort gratis behoben werden. Urs Haensler aus Turgi war nicht wie sonst üblich als Zahnarzt, sondern als eben einer dieser «Guitar Docs» im Einsatz. Der Mitorganisator des Events freute sich über den grossen Anklang beim Publikum. Rund 800 Gitarren-Fans waren an der Premiere des Gitarrenfestivals «Guitars and more» im Wettinger Tägerhard anzutreffen.

TEXT UND BILDER: ADRIAN VONLANTHEN
Weitere Bilder auf
www.effingermedien.ch

 

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